Ein Rucksack, drei Länder & allein fliegen

Ein Rucksack, drei Länder & allein fliegen

„ Was? Bist du dir sicher, dass du das machen willst?“
„Ganz alleine? Und dann auch noch in so fremde Länder reisen?“
„Du bist ja mutig, das könnte ich ja nicht.“

So fing alles an

Im Frühjahr 2018 hatte ich einen Entschluss gefasst. Ich trete alleine eine Reise an.

Meine Intuition gab mir immer wieder das Gefühl, es sei jetzt der Zeitpunkt, alleine zu verreisen und einfach hier raus für ein paar Wochen. Zunächst wollte ich immer den Küstenweg (Jakobsweg) laufen. Doch im Laufe der Monate stellte sich für mich heraus, dass ich doch eine andere Art von Reise machen möchte. Ich beschäftigte mich mit einer Europatour (Interrail) oder Backpacking durch Italiens Süden. Doch irgendwie kam ich nicht  so richtig auf den grünen Zweig.


Inspirationen und Anregungen suchte ich in der Stadtbibliothek. In einem Reiseführer für Backpacker wurde ich fündig. BALTIKUM. Riga stand schon immer auf meiner Reiseliste. Also wieso nicht? In mir stieg dieses Gefühl auf, dass ich genau dahin fahren sollte und mal etwas ganz anderes sehen. Mein Reiseziel war gefunden. Nun ging es ans Planen von Zeitraum/-punkt und Dauer. Ich entschied mich für den August und nahm mir ca. 3 Wochen zeit für meine Reise. Die genaue Route erstellte ich anhand von Blogbeiträgen, Reiseführer und persönlichen Gesprächen.

Zeitraum, Zeitpunkt und Route standen fest. Meine Reise sollte von Litauen (Vilnius, Kaunas, Klaipeda), über Lettland (Riga),  nach Estland (Pernu und Tallinn) und rüber nach Finnland (Helsinki) gehen. Es hat mir richtig Spaß gemacht, die Route zu planen, Orte zu suchen und mir in Gedanken schon einmal vorzustellen, wie es sein wird. Der nächste Step lautete "Flug buchen". Ich wurde recht schnell fündig, musste meinen Zeitraum um ein paar Tage ändern. Doch bevor ich endgültig buchte, schlief ich noch eine Nacht drüber. Am nächsten Tag wurde mir bewusst, dass ich auch am Tag zuvor schon hätte buchen können. Das einzige, was mich zögern lies war Angst. Angst vor Ungewissem, fremden Ländern, Sprachen und Kulturen. Es entwickelte sich in mir ein mulmiges, aber auch gleichzeitig freudiges Gefühl. Mulmig, denn der Tag der Abreise stand fest. Am 09.August 2018 sollte es also losgehen. Ich konnte genau abzählen, wie lang es noch dauert bis ich im Flieger sitze. Das machte die ganze Sache realer. Und freudig, denn es war endlich soweit. Ich kann euch das gar nicht genau beschreiben. In mir drin hatte ich schon lange dieses Gefühl. Das Gefühl, dass so eine Reise das Richtige sein wird und ich sie unbedingt machen muss.  

Die Tage, Wochen und  Monate vergingen ziemlich schnell und der Tag der Abreise stand bevor. Neben der ersten Soloreise, stand auch der erste Soloflug bevor. (Hierzu muss ich erwähnen, dass ich 2018 generell das erste Mal in meinem Leben geflogen bin.) Der Flug nach Vilnius war somit  erst mein 3. Flug. Alleine am Flughafen, und im Bus Richtung Flugzeug, kämpfte ich mit Tränen und fragte mich: „ Ina, was machst du hier eigentlich?“.Die Angst vorm Fliegen war es nicht, die einen gewissen Anflug von Panik in mir hervor rief. Es war dieses Gefühl, dass ich jetzt nicht mehr zurück kann und die Angst vor Unbekanntem. In Vilnius angekommen, suchte ich den Bus zur Stadt und machte mich von dort auf den Weg zum Hostel. Es ging mir besser. Die ersten Schritte waren geschafft und den Rest meisterte ich jetzt auch.

Die nächsten Wochen...

...reiste ich von Ort zu Ort. Hauptsächlich mit Bussen. Funktioniert hat es super. Die Busse sind super ausgestattet und gegen 8€/Fahrt kann man nichts sagen. Die meisten Strecken lagen bei 2 Stunden, Klaipeda -> Riga waren 4 Stunden (mit einem Schnellbus). Ab und zu musste ich umplanen, habe daher etwas mehr Geld ausgegeben als geplant, aber so ist das nun mal auf einer solchen Reise. Es läuft nicht alles nach Plan und manchmal muss man einfach das tun, was man für richtig hält.  Meine wichtigste Erkenntniss auf dieser Reise:  „Höre auf dein Bauchgefühl!“

Das Baltikum ist wirklich eine Reise wert. Leider habe ich nur einen winzigen Anteil kennenlernen dürfen und in erster Linie Städte. Doch auch die Natur soll großartig sein und viele Naturparks seien lohnenswert. Dafür sollte allerdings mehr Zeit eingeplant und/ oder mit einem Auto gereist werden. Doch für den Anfang war es völlig ausreichend und einige Städte werde ich auf jeden Fall noch einmal besuchen. Viele tolle Orte und Menschen sind mir begnet. Einige von Ihnen waren auf der selben Route unterwegs wie ich. In den Städten ist mir immer wieder Kontrast zwischen neu/restauriert und alt/zerfallen wahrnehmen. Vor allem Kontraste zwischen den Innenstädten/Altstädten und Touriplätzen im Gegensatz zu der Umgebung, der Wohngegend der Bevölkerung war sehr stark.

Alleine reisen verbindet man oft mit dem Thema Sicherheit. Sicher hat mich dies am meisten vor meiner Abreise beschäftigt und Sorge bereitet. Doch in diesen Ländern kann man sich sicher fühlen, auch als Frau. Es war ein einmaliges Erlebnis und ich würde es sofort wieder machen. Alleine reisen ist befreiend. Du kannst dein Ding machen und entscheiden, wie du deinen Tag gestaltest. Ob du nun von Touri-Hotspot zu Touri-Hotspot eilst oder dich treiben lässt, dir vereinzelt mal etwas anschaust, sonst aber die Atmosphäre aufsaugst, das ist dir überlassen. Ich für meinen Teil habe gelernt, mich treiben zu lassen. Ich bin morgens entspannt los und habe einfach in den Tag gelebt. Wenn ich dann mal 2/3 Stunden am Wasser oder einem anderen schönen Ort verweilt, beobachtet, gelesen und genossen habe, dann war das so. Dafür habe ich die Reise angetreten. Einfach raus aus dem Alltag und Zeit für mich zu haben. 

Ich kann nur jedem empfehlen, der den Wunsch verspürt eine Reise alleine anzutreten:  Seit mutig und macht es einfach! Ihr werdet belohnt. Sicher kann nicht immer alles glatt laufen, doch am Ende seid ihr glücklich und froh, dass ihr es getan habt.

 

Reiseberichte der einzelnen Länder folgen !

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